Autor: Kapitän | Permalink

Oftmals fragen mich meine Kunden „Kann man eigentlich auch etwas Virales im Bereich Mobile/Handy machen? Man hört immer wieder, dass das ganz groß im Kommen sei und die Kids hängen ja dauernd am Handy…“

Worauf ich erwidere: „Ja, die hängen tatsächlich viel am Handy. Aber nicht, um sich Werbung anzusehen… egal wie ‚kontextrelevant’ sie sein mag…“

Zustimmung für diese auf eigener Feldforschung basierende Aussage erhielt ich letztens von prominenter Seite: Marissa Mayer ist zurzeit der einflussreichste weibliche Entscheider in der Internetwelt – sie koordiniert die Produktentwicklung des Suchmaschinengiganten Google. Für die F.A.Z. stand sie Rede und Antwort über den Kauf von Youtube und der damit verbundenen Zukunft der interaktiven Werbewelt.

Neben vielen weiteren Aussagen, die unter anderem hier nachzulesen sind, überraschte Frau Mayer mit ihren Statements zum Thema Mobiltelefon, die ich nicht besser hätte formulieren können:

Die heißeste Idee im Internet sind für sie [Frau Mayer] weiterhin die sozialen Netzwerke. Von mobilen Anwendungen ist sie dagegen enttäuscht.

iphone

“Welche wirkliche Innovation gab es in den vergangenen Jahren auf dem Mobiltelefon? Im Internet gab es MySpace oder Youtube, ein Dutzend großer Ideen. Große Geschichten auf dem Handy gab es nur wenige. Erst die Satellitennavigation GPS wird einen Innovationsschub bringen. Oder das Apple iPhone!”

So kann man das meiner Ansicht nach wirklich zusammenfassen… und genau hier möchte ich die Diskussion eröffnen.

Sind Ihnen in letzter Zeit innovative Ideen im mobilen Sektor aufgefallen?

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Autor: Markus Roder | Permalink

…dann melden Sie sich doch gleich per Mail bei dem niederländischen Privatsender SBS6, denn der kann Ihnen mit seiner neuen Show „Liebe auf den zweiten Blick“ helfen. Als Single, der durch Unfall oder Krankheit äußerlich schwerst entstellt wurde, schenkt man Ihnen die Gelegenheit, endlich einen attraktiven (hurra!) Menschen kennen zu lernen und selbst als liebenswerte Person unter ihrem grässlichen, abschreckenden Äußeren entdeckt zu werden. Das Ganze geschieht selbstverständlich aus reiner Menschenfreundlichkeit:

“The main aim of the programme is to remove prejudice about these people, to create more acceptance and respect and, of course, to [help them] find the love of their lives.”

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Quelle: negativschnitt.de

Die „Iiiiiiiih!-“ und „Zum Glück bin ich das nicht!-“ Effekte, welche von den Spiegelneuronen der Zuschauer dabei ausgelöst werden, macht man sich dabei für die Einschaltquoten natürlich nur unbeabsichtigt zunutze – ebenso wie den „Unfallgaffer-Reflex“. Dass zudem durch die Aktivierung bestimmter memetischer Trigger ganz sicher eine Konversation über das Gesehene ausgelöst wird, ist natürlich ebenso reiner Zufall.

Oder? Denn jetzt lesen Sie sich die Geschichte bitte noch mal durch, und behalten Sie dabei im Hinterkopf, dass die Show ursprünglich „Monster Love“ heißen sollte. Klingt die Motivation des Senders immer noch glaubwürdig?

Interessant an der Geschichte ist in jedem Fall, dass SBS6 hier immerhin einen Ratschlag beherzigt hat, den wir immer wieder geben: „Mache nicht nur virale Werbung, sondern baue gleich ein virales Produkt“. Schade nur, dass man zwar das Konzept memetischer Trigger (in Verbindung mit extremer Menschenverachtung…) richtig verstanden hat, jedoch nicht beachtet, dass zu einem viralen Produkt mehr gehört als der Einbau verschiedener Trigger: Nämlich das Potenzial, auch langfristig darüber sprechen zu können, ohne dass der Empfehler sich selbst ins soziale Abseits stellt.

Da letzteres hier (meiner Meinung nach) nicht gegeben ist, prophezeie ich großartigen Buzz und ordentliche Einschaltquoten für die erste Show – und einen subsequenten freien Fall für die darauf folgenden. Spätestens, wenn der potenzielle Zuschauer bemerkt, dass sein Wissen zur Show am nächsten Tag am Arbeitsplatz nur Abscheu erntet, wird er das Thema nicht mehr in einer Diskussion anschneiden. Ein erstes Indiz für diese These scheint das Ergebnis folgender Umfrage zu sein:

“A poll by the mass circulation De Telegraaf daily showed 85 percent do not like the idea, with only 9 percent in favour.”

Selbst wenn man einen Bias für „sozial erwünschte Antworten“ einrechnet und davon ausgeht, dass viele Zuschauer vielleicht außerhalb einer Umfrage doch eher ihren niedrigsten Instinkten nachgeben, scheint die Zukunft für „Monster Love“ nicht rosig zu sein.

Gefunden bei: dailymail.co.uk

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Autor: Markus Roder | Permalink

Eines von vielen möglichen Rezepten für gute Virals kann man folgendermaßen umschreiben:

1. Ein Clip mit zwei bis drei memetischen Triggern
2. Eine originelle Verbindung zum aktuellen (Alltags-)Zeitgeschehen
3. …durch Nutzung von Promis, die unbedingt Aufmerksamkeit brauchen und die…
4. …billig zu haben sind.

Wie die Köche der US-Versicherungsfirma “Nationwide” daraus ein so leckeres Gericht bereitet haben, dass man mit der Zunge schnalzen möchte, zeigt dieser Spot:

Na, haben Sie die drei verwendeten memetischen Trigger identifizieren können?
Falls nicht, erkläre ich Ihnen gerne, welche es sind. Es kostet Sie nur eine Email.

(Gefunden bei:The Superficial)

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