Urban Hack Attack vs. Coca Cola Korea!

 

(An english version you’ll find here!)

Dem einen oder anderen ist das Video Urban Hack Attack evtl. schon begegnet. Es handelt sich dabei um ein gemeinsames Projekt der Agenturen The Brainstormclub und DSG. Beide haben das Viral für einen potentiellen Kunden aus der Rubrik Entertainment entwickelt und in Zusammenarbeit mit der Postproduktion Lafourmi produziert.

Aufgrund verschiedener Umstände ist es aber nie zu einem kommerziellen Einsatz des Videos gekommen, so dass sich die Beteiligten zu einem Experiment entschlossen haben. Das Video wurde auf YouTube eingestellt und zu Beginn mit einem professionellen Seeding in seiner Verbreitung unterstützt. Schnell hatte das Video eine Viertelmillion Viewer und zahlreiche Abonnenten, Freunde und Kommentatoren gefunden.
Seither hat das Video eine Menge Staub aufgewirbelt und erzielte alleine auf YouTube 1,5 Millionen Views. So wurde es bspw. in mehreren Fernsehbeiträgen gezeigt – wie im Frühjahr 2009 auf CNN.

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Nun, ein Jahr später, hat es eine interessante Kopie des Videos gegeben. Kein geringerer als Coca Cola Korea hat das Video als Vorlage genommen, für ihr Produkt Coke Zero zu werben. In dem Clip auf YouTube sehen wir eine Reproduktion der Urban Hack Attack, wie man sie nicht näher am Original hätte machen können.

Wir möchten hier klar formulieren, dass weder The Brainstormclub noch die DSG etwas gegen diese Adaption haben. Lediglich möchten sie an dieser Stelle dazu aufrufen, die beiden Versionen gegen einander antreten zu lassen. Hinterlassen Sie Ihren Favoriten in den Kommentaren:

Gerade hat mich der Artikel zur Werbe-Watsche 2009 von Jean-Remy von Matt erreicht, der gestern bei Spiegel Online veröffentlicht wurde. Mit Gefallen und leichter Verzückung las ich die offenen Worte des Branchen-Häuptlings, der klare Worte für die vielen eindimensionalen Kampagnen gefunden hat, die unsereins die letzten Monate präsentiert bekam. Auch die Feststellung, dass neun von zehn VM-Kampagnen im digitalen Dschungel stecken bleiben hat eine gewisse Relevanz, entbehrt aber einer genaueren Betrachtung zu den Gründen. Denn JvM selbst hat bereits Virals gemacht, die gemessen an ihrem Potenzial weit unter den Möglichkeiten einer erfolgreichen Verbreitung geblieben sind.

Aber lassen wir das Virale (Fachliche) mal beiseite. Eine andere Frage scheint doch viel wesentlicher zu sein: Was bezweckt Jean-Remy von Matt eigentlich mit seinen Statements? Als einer der einflussreichsten Werber kann er weit mehr zur Sprache bringen, als die inzestuösen Verhältnisse einer Branche zu kritisieren. Warum fordert er nicht mehr als den Anspruch, Werbung soll “wenigstens für ein paar Sekunden erste Vorfreude auf den Aufschwung wecken”? Auch der Hinweis, Humor solle häufiger in der Werbung Verwendung finden, erscheint mir nicht als erfolgreiches Mittel gegen die schwindende Bedeutung klassischer Werbeideen.

Eine der kreativsten Agenturen Deutschlands, voller arbeitswilliger Menschen, die ihre Zukunft mit einem JvM-Arbeitszeugnis veredeln werden, darf meiner Auffassung nach weiterführende Ansprüche stellen! Sie sollte nicht bloß die kreativste, sondern vielmehr die innovativste Agentur sein, sollte alle Medien bedienende Ideen und Kampagnen entwickeln und das kreieren, was ihr Hauptkapital ist, Engagement – auch auf Konsumenten-Seite!

Daher fehlt mir in dem Spiegelartikel einfach ein Satz wie: “JvM hat mittlerweile eins verstanden: Unsere Werbung wird sich dem Konsumentenverhalten immer wieder neu anpassen, auch wenn es morgen nur noch Computerbildschirme gibt und keine Fernseher mehr…”

Grüße vom Computerbildschirm,
Martin Draeger

Martin Dräger ist Geschäftsführer der DSG Diaolg Solutions GmbH, einer Spezialagentur für virale Kommunikation. Vor der Gründung des Unternehmens sammelte er u. a. Erfahrungen als Projektmanager bei der heutigen BBDO Interactive One, sowie im digitalen Filmgeschäft.
Nun beraten Martin Dräger und sein Team seit rund sieben Jahren verschiedenste Agenturen und Marketingleitungen im Hinblick auf Viral Marketing und Social Media Kampagnen.
Unter seiner Leitung konzipierte das DSG-Team u. a. erfolgreiche Kampagnen für Kunden wie Obi, AEG, Philips, T-Online und Schwäbisch Hall. Dabei versucht die DSG Werbebotschaften stets so zu kreieren, dass diese nicht mehr unterbrechen, sondern die alltäglichen Erlebnisse des Einzelnen noch bereichern und den Empfänger so begeistern, dass er sie aus eigenem Antrieb weitergibt.