Vor nicht allzu geraumer Zeit habe ich einen Teaser von „District 9“ gesehen, der viele Fragezeichen in meinem Kopf hervorrief aber gleich mein Interesse weckte. In diesem Teaser wurden Menschen zu Rassendiskriminierung befragt, am Ende erschien ein Außerirdischer, was mich etwas verwirrte.
Nun entdecke ich dann einen Artikel bei SPIEGEL ONLINE über den Überraschungserfolg des Low-Budget-Films „District 9“, der sich in den USA vorbei an sämtlichen Hollywood-Blockbustern an die Spitze der US-Kinocharts gekämpft hat. $37 Millionen Dollar hat er den Produzenten am ersten Wochenende eingespielt, und das, obwohl der Film ohne Stars und mit nur $30 Millionen Dollar Budget auskommen musste.
Hier erfahre ich nun auch endlich, worum es sich in diesem Film handelt:
Alien-Flüchtlinge die auf die Erde gekommen sind, werden im Flüchtlingslager „District 9“ in Südafrika untergebracht und von der Privatorganisation MNU (Multi-National United) überwacht. Diese sorgt sich allerdings nicht um das Wohl der „Non-Humans“, sondern möchte sich lediglich die außerirdische Waffentechnik zu eigen machen.
Produziert wurde das Alien-Spektakel von Herr der Ringe-Macher Peter Jackson, Regie führte Neill Blomkamp.
Wieso schreibe ich nun über genau diesen Film? Ganz einfach: Da sich Blomkamp teures Marketing nicht leisten konnte, bewarb er seinen Film mit einem aufsehenerregenden viralen Konzept.
Schon während der San Diego Comic-Con fand 2008 ein erster inszenierter großer Protest gegen die „Non-Humans“ statt. Dieser ging soweit, dass Toiletten und Ausstellungshallen für „humans only“ deklariert wurden, was die Gerüchteküche anheizte.
Im Mai 2009 wurden zusätzlich Großstädte mit Postern wie “Bus Benches for Humans Only“ oder “Bus Stop for Humans Only” zugepflastert. Durch Eingabe der darauf propagierten Telefonnummer 1-866-666-6001 konnte man mit dem fiktiven Unternehmen MNU verbunden werde und „non-human-Activity“ melden.
Auch Brad Pitt wurde nicht von der Guerilla-Aktion verschont:
Zusätzlich zu den Postern wurden verschiedenen Websites aufgesetzt, u.a. die offizielle Website für den Film, die fiktive Unternehmenswebsite für MNU sowie ein Alien-Blog, das gegen die Machenschaften von MNU protestiert.
Der Erfolg der Kampagne zeichnet sich derzeit in den US-Kinocharts ab und bei YouTube brauchte der zweite Trailer zum Film nur einen Tag, um eine halbe Million Zuschauer zu gewinnen.
Wir in Deutschland müssen uns noch ein wenig gedulden, der Film kommt hier erst ab dem 22. Oktober in die Kinos.




