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	<title>ViralMarketing &#187; Trigger</title>
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	<description>Viral Marketing, Buzz Marketing, Word of Mouth Marketing</description>
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		<title>BILD, Berichte und virale Ph&#228;nomene</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2007 16:11:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kapitän</dc:creator>
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Quelle: bildblog.de
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image145" src="http://www.viralmarketing.de/wp-content/uploads/2007/03/bild-headlines.jpg" alt="bild-headlines.jpg"/><br />
Quelle: bildblog.de</p>
<p><a href=http://www.bild.t-online.de/BTO/tipps-trends/digital-leben/2007/03/video-web/werbung-astra.html" target="_blank" >Am 18.3. hat BILD-T-Online einen Artikel zum Thema Viral Marketing unter der Headline “Hammerharte Werbespots im Internet” ver&#246;ffentlicht.</a> Pr&#228;sentiert werden unter anderem auch einige Spots, bei der <a href="http://www.dialog-solutions.de" target="_blank">die DSG Verbreitungsstrategie und das Seeding &#252;bernommen hat (u. a. “Igel”, “Schlange auf Toilette”).</a> So weit, so gut. </p>
<p>Doch warum ist dieser Artikel eigentlich bemerkenswert? Ganz einfach: Weil die BILD-Zeitung, trotz ihrer scheinbar naiven Berichterstattung &#252;ber “Virale Videos”, m&#246;glicherweise selbst eines der erstaunlichsten viralen Ph&#228;nomene aller Zeiten ist. Weil die Redakteure m&#246;glicherweise nicht nur wesentlich mehr &#252;ber virale Mechaniken und Word-of-Mouth wissen als die weitgehend faktisch falsche Berichterstattung, die in dem Artikel pr&#228;sentiert wird&#8230; zumindest unbewusst. Doch lassen Sie mich dazu ein wenig weiter ausholen:</p>
<p>Wie wir alle wissen, ist die BILD-Zeitung Deutschlands m&#228;chtigstes Presse-Organ. Mit einer Auflage von &#252;ber 3.4 Millionen verkauften Exemplaren und fast 12 Millionen Lesern pro Tag ist sie Europas erfolgreichste Boulevardzeitung&#8230; und dar&#252;ber hinaus die meist zitierteste. Absolut faszinierend &#8211; und frei von jeglicher Wertung eine erstaunliche Leistung f&#252;r eine Zeitung, die sich allein durch Einzelverk&#228;ufe positioniert.</p>
<p>Da stellt sich die Frage: Wie hat die BILD diesen exaltierten Status erreicht? Durch kontinuierliche Exklusiv-Berichte? Durch journalistische Qualit&#228;t und Sorgfalt? Durch Gesp&#252;r f&#252;r den Geschmack der Masse? Durch clevere Preispolitik? All dies ist (mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten&#8230;) m&#246;glich, aber meine pers&#246;nliche Hypothese lautet: Durch ein intuitives, fast limbisches Verst&#228;ndnis von Memetik und viraler Werbung! Denn fast jeden Tag, mindestens aber einmal pro Woche bereitet die BILD-Zeitung ein Thema so auf, dass es sowohl unter Lesern als auch Nicht-Lesern (und hier liegt das Geheimnis!) kontrovers diskutiert werden kann. <a href="http://www.bildblog.de/"target="_blank">Sogar ein eigener Blog</a>  <a href="http://www.deutscheblogcharts.de"target="_blank">und zwar einer von Deutschlands einflussreichsten!</a> ist um die BILD herum entstanden und besch&#228;ftigt sich exklusiv und kritisch mit deren Meldungen. Solcherlei Aufmerksamkeit erreicht die BILD nat&#252;rlich nicht nur durch die in BILDBlog zitierten Ungereimtheiten und faktischen Fehler, sondern vor allem mit memetisch aktiver Berichterstattung.</p>
<p>Beispiel gef&#228;llig? Nehmen wir einfach eine der heutigen Schlagzeilen, <a href="http://www.bild.t-online.de/BTO/leute/2007/03/20/internetklatsch/internetklatsch-beckham-maedchen.html"target="_blank">n&#228;mlich “David Beckham auf M&#228;dchen-Mach-Di&#228;t”.</a> Neben dem ganz offensichtlichen “Mystizismus vs. Aufkl&#228;rungstrigger” in der Headline (“Geht so was wirklich, mit Di&#228;t sein Sperma &#228;ndern?”), welchen die BILD auch klugerweise nicht aufl&#246;st, werden im Artikel zus&#228;tzlich zwei Sub-Trigger aufgefahren, welche sowohl im stereotypen Hausfrauenklatsch als auch im Sportgespr&#228;ch unter M&#228;nnern Bedeutung haben. Dies wird dazu f&#252;hren, dass die Geschichte aktiv diskutiert werden wird&#8230; und wenn jemand fragt, woher sie kommt, lautet die Antwort nat&#252;rlich “Aus der BILD!”. Ganz unabh&#228;ngig davon, ob man ihr dann mehr oder weniger glaubt, bedeutet es, dass jeder, der sich &#252;ber “aktuelle Themen” gut informiert f&#252;hlen will, fr&#252;her oder sp&#228;ter die BILD kaufen muss. Ein Fakt, den nicht zuletzt die Live-Bilder lesender Politiker aus dem Bundestag immer wieder zeigen&#8230;</p>
<p>Mit der “verbreitungstauglichen” Wahl der Artikel und die Einbindung von memetischen Triggern ersch&#246;pft sich die Trickkiste der BILD-Redaktion jedoch bei weitem nicht. Vielmehr beweisen die Schreiber immer wieder ein instinktives Gesp&#252;r f&#252;r die Detail-Mechaniken, mit welchen Weiterempfehlung und Buzz &#252;ber das normale Ma&#223; hinaus stimuliert werden &#8211; und wahrhaft kultur-pr&#228;gende Effekte haben k&#246;nnen. So ist zum Beispiel die linguistische Ebene der gesamten Zeitung nicht nur darauf getrimmt, f&#252;r m&#246;glichst viele Menschen verst&#228;ndlich zu sein&#8230; <a href="http://www.viralmarketing.de/glossar.php"target="_blank">sondern auch darauf, fortpflanzungsf&#228;hige und &#252;bertragungsstabile Meme</a> zu bauen. Wenn man sich einmal anschaut, <a href="http://bildblog.de/woerterbuch.html"target="_blank">welche Wortsch&#246;pfungen</a> aus den geheiligten Hallen des Springer-Verlages kommen, muss man als Psychologe einfach nur den Hut ziehen. Schon die “Benzin-Wut” und der “Bein-Ab-Professor” waren als Meme seinerzeit in der Lage, eine Diskussion &#252;ber Wochen hinweg zu tragen. Das Wort “Bluthexe” ist mir &#252;berdies heute noch ein Begriff, obwohl der dazugeh&#246;rige Artikel &#252;ber eine Frau, die ihren Ehemann “eindoste”, bestimmt aus den 80ern stammt. Alleine w&#228;hrend meiner Teenager-Jahre habe ich sicher zehn oder zwanzig Menschen eigenh&#228;ndig damit infiziert.</p>
<p>Um es kurz zusammenzufassen: W&#252;rde die BILD-Redaktion sich auf virales Marketing verlegen, w&#228;re das tats&#228;chlich eine echte kompetitive Herausforderung. Was die Erkl&#228;rung der Mechanismen von viralen Videos in deren Artikeln betrifft, braucht sich die Fachwelt hingegen keine Sorgen zu machen&#8230;</p>
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