adidas is all in

 

adidas startet seine neue, weltweite Markenkampagne mit der zentralen Botschaft „adidas is all in“. Es ist die größte Initiative seit sieben Jahren und zugleich die umfangreichste Kampagne insgesamt. Heute ist der weltweite Start der Kampagne, die die drei Einzelmarken adidas Sport Performance, adidas Originals und adidas Sport Style mit einer einheitlichen Botschaft kreativ vereint. Mehr als zwei Dutzend Markenbotschafter wie u.a. Lionel Messi, David Villa, Caroline Wozniacki, Katy Perry, David Beckham, Snoop Doggy Dogg, B.o.B., Dwight Howard und Derrick Rose.
Für mich ganz schön nah an Nike, oder?!

Gestern war ich auf dem 13. eDIT Filmfestival und durfte in der Session “High End Virals” referieren. Neben mir waren noch Anders Dalenius von Draft FCB Stockholm auf dem Podium, sowie zwei Jungs von von MPC. MPC ist die Post Produktion, die für die Evian Rollerbabies verantwortlich war.

Anders Agentur ist für die Kampagne THE HERO verantwortlich, die für das schwedische Pendant der hiesigen GEZ gestaltet wurde. Nutzer können in das Viral ein Bild von sich oder einer anderen Person hochladen. Diese wird anschließend als Held der schwedischen Medienlandschaft gefeiert.

Die Kampagne war ein grandioser Erfolg. Dieser macht jedoch nicht die interaktive Technik aus.  Ich könnte hier ohne Probleme 10 Kampagnen nennen, die mit der gleichen Mechanik aufwarten, aber erfolglos blieben.

Z.B. erinnern wir uns ja immer wieder gerne an den vom Obama Wahlkampf inititerten Spot “Obama und die Nichtwähler”, zu welchem man den Namen und das Bild eines Freundes uploaden und einsetzen konnte. Der Freund tauchte anschließend als Nichtwähler in dem Spot auf und wurde beschuldigt, dass er es zugelassen habe, dass Bush wieder an die Macht komme. Die SPD adaptierte diese Idee beim letzten Bundestagswahlkampf. Diesmal war allerdings der vermeintliche Nichtwähler dafür verantwortlich, dass Westerwelle Bundeskanzler würde. Das war aber so unglaubwürdig, weil absolut unwahrschienlich. Es verwundert also nicht, dass die Kampagne im Gegensatz zu der von Obama gnadenlos gescheitert ist. Eine Technik macht also noch lange keine erfolgreiche Kampagne aus. Es ist vielmehr die Empathie und das notwendige Feingefühl, um einschätzen zu können, dass eine Story hinter der Technik funktioniert. Maßgeblich ist das Storytelling verantwortlich und nicht eine technische Raffinesse.

Sie wollen wissen, wie sie Konsumenten im Web begeistern? Zum Beispiel so, wie Nokia das im Augenblick tut. Ich bin auf die Kampagne aufmerksam geworden, weil wir mittlerweile intensive Erfahrungen mit dem Stop-Trick-Film gesammelt und eines unserer Projekte eine gigantisch große Stop-Motion Produktion war. Gestern bin ich auf eine Kampagne gestoßen, die für sich in Anspruch nimmt, eine der kleinsten Stop-Motion Produktionen zu sein, die es bisher gab. Insofern fand ich die Geschichte sofort spannend. Der Film wurde für das neue Nokia N8 erdacht und zeigt, was mit Handy Kameras heutzutage möglich ist. Und es wird gezeigt, was man alles so veranstalten kann, wenn man die Macher von Wallace and Gromit und Chicken Run mit an Bord hat. So entstand ein Online Film mit dem kleinsten Stop-Motion Charakter, der je gemacht wurde.

Ein Making Of gibt es freilich auch.

Ein sehr etabliertes und bekanntes Muster bei Viral Videos ist es, dem Zuschauer einen Inhalt zu liefern, der zur Diskussion anregen soll und ihn über die Echtheit im Unklaren lässt. Sie kennen doch diese Kampagnen, oder? Z.B. diese hier. Zugegeben, wir haben auch schon solche Kampagnen erschaffen. Solche Kampagnen, über die alle reden, aber bei denen leider keiner über das Produkt oder über die Marke spricht, weil der Inhalt so weit vom Produkt entfernt ist, dass kein Transfer geschaffen werden kann. Meine persönliche Meinung dazu lautet: Fake Kampagnen haben ausgedient. Zum einen, weil sie den vernetzten Konsumenten belügen und zum anderen, weil sie ein ziemlich schlechtes Marketing-Instrument sind.

Nicht zuletzt aus diesen Gründen haben wir für unseren Kunden Olympus eine Kreation geschaffen, die genau dieses Problem aushebeln sollte. Eine Kreation, die auf Ehrlichkeit basiert: The Olympus PEN Giant

Die Kampagne ist ehrlich, weil an diesem Film nicht getrickst ist. Es handelt sich um ein gigantisches Stop-Motion-Projekt und erinnert die Meisten vielleicht an die Kampagne aus dem Vorjahr.

PEN Giant kommt ohne Photoshop aus. Alle Bilder, die im Video zu sehen sind, wurden zunächst fotografiert, dann auf eine Größe von 2,50 m x 3,50 m gedruckt, bespannt und erneute aufgestellt und abfotografiert. Insgesamt über 355 Billboards! Das Ehrlichste an dem Konzept ist jedoch, dass es ausschließlich mit dem Produkt umgesetzt wurde, um das es im Spot auch tatsächlich geht, mit einer Olympus PEN! Die Ergebnisse finden sich auf Hunderten von Blog-Berichten und an neu gewonnen Freunden. PEN Giant sorgte für über 15.000 Freunde auf Facebook!

Das Making Of zeigt euch nochmals, wie wir es gemacht haben.

Das schwedische Start-up „Flattr“ realisiert Notgroschen für Internet-Beiträge.

Alle tun es, alle reden drüber und keiner weiß wieso? Nein, natürlich nicht. Wer Blog-Beiträge verfasst, Film-Clips aufnimmt oder Fotos schießt und diese im Internet veröffentlicht, tut dies aus Gründen, die Social Media seit Jahren aufrecht erhält und stetig wachsen lässt: um sich der Außenwelt mitzuteilen, sich austauschen und Inhalte in entscheidendem Maße selbst gestalten zu können. Nun kann ein jeder spitzfindiger Erschaffer medialen Contents auch noch denjenigen ein süffisantes Lächeln entgegenbringen, die meinen, dass man damit ja nicht mal Geld verdienen kann und auf „Flattr“ -- die erste „social micropayment platform“ -- verweisen. Ob es das Einbringen persönlicher Meinungen und satirischer Polemik oder das Posting amüsanter Bildbeiträge ist – es könnte sich ab sofort lohnen. Dank einiger altruistischer Schweden erlebt die Blogosphäre nebst Response und Anerkennung loyaler Leser nun auch noch kleine Zuwächse auf ihren Konten.

Das Prinzip ist einfach und erinnert  an den „Gefällt mir“-Button Facebooks. Doch bei „Flattr“ wird tatsächlich abgerechnet! Wenn einem Flattr-Mitglied der Inhalt eines Anderen gefällt, so kann er dies durch das Klicken auf einen Button kundtun. Ein zuvor über das Internet-Bezahlsystem „Paypal“ festgelegter Monatsbeitrag wird nun durch die Anzahl seiner angeklickten Beiträge geteilt und den jeweiligen Verfassern gutgeschrieben.

Für alle, denen meine Wortwahl noch nicht ganz verständlich macht wie „Flattr“ funktioniert, hier die offizielle Beschreibung:

Ganz neu ist die Idee des Vergütens privat gestalteter Inhalte allerdings nicht. AOL griff den Aspekt der Monetarisierung von Beiträgen bereits 2009 auf und launchte Seed.com unter dem Motto: „Create, be heard, get paid.“ Ob Plattformen wie „Flattr“ oder „Seed“ die Intention der Webaktiven, Beiträge zu posten und sich der Öffentlichkeit darzubieten, maßgeblich beeinflussen wird, wage ich zu bezweifeln. Doch kann es für professionelle Schreiber, Fotografen und Musiker ein willkommener Notgroschen sein, welcher die ohnehin schon hoch angelegte Messlatte an Qualität noch höher hängen könnte.

Die Blogger und das „micropayment“-System mit Entwicklungsländern und deren Finanzhilfen zu vergleichen, wie es Jürgen Stüber in seinem Social Media Blog niederschrieb, erachte ich hingegen als bedenklich.

„Flattr“ kann sicherlich einen finanziellen Anreiz bieten, wird jedoch nie ein suffizientes Milieu erschaffen, welches Blogger hervorbringt, die aus Geldnot Beiträge verfassen.