241543903 ist ein Mem: Kopf in den Kühlschrank stecken, Foto schießen, mit der Nummer 241543903 taggen und online stellen. Die Idee dahinter ist denkbar einfach: Sucht man nun nach dem kryptischen Tag 241543903 z.B. auf Flickr erhält man in den Suchergebnissen ausschließlich Bilder mit Köpfen in Kühlschränken.
Die Idee stammt von David Horvitz, welcher öfter irgendwelche Anweisungen auf seinem Blog online stellt und Leute auffordert diese zu befolgen.
Diese meist unsinnigen Aufforderungen werden auch recht häufig befolgt. Ändert man z.B. die letzte Ziffer auf die 4 ab. Also 241543904 erhält man Köpfe eingewickelt in Geschenkspapier.
Ich hab mich mal dem Hype angeschlossen und mein Kopf ebenfalls in einen Kühlschrank gesteckt, auf den Auslöser gedrückt, Tag hinzugefügt und hier online gestellt.
Der Dezember ist der klassische Monat für Jahresrückblicke. Wir lassen gerne das vergangene Jahr Revue passieren und erinnern uns an schöne sowie traurige Momente. Auch YouTube gewährt uns einen Blick zurück und zeigt welche Videos und welche Wörter am häufigsten geschaut bzw. gesucht wurden. Die Rankings basieren auf den Viewstatistiken der meistgesehenen Videos des Jahres 2009. Sollte es mehr Adaptionen des Clips geben, so sind die Views aggregiert dargestellt.
Januar: inauguration
Februar: christian bale
März: the climb
April: susan boyle
Mai: pacquiao vs hatton
Juni: michael jackson thriller
Juli: michael jackson
August: usain bolt
September: kanye west
Oktober: paranormal activity
November: bad romance
Dezember: tiger woods
Dem einen oder anderen ist das Video Urban Hack Attack evtl. schon begegnet. Es handelt sich dabei um ein gemeinsames Projekt der Agenturen The Brainstormclub und DSG. Beide haben das Viral für einen potentiellen Kunden aus der Rubrik Entertainment entwickelt und in Zusammenarbeit mit der Postproduktion Lafourmi produziert.
Aufgrund verschiedener Umstände ist es aber nie zu einem kommerziellen Einsatz des Videos gekommen, so dass sich die Beteiligten zu einem Experiment entschlossen haben. Das Video wurde auf YouTube eingestellt und zu Beginn mit einem professionellen Seeding in seiner Verbreitung unterstützt. Schnell hatte das Video eine Viertelmillion Viewer und zahlreiche Abonnenten, Freunde und Kommentatoren gefunden.
Seither hat das Video eine Menge Staub aufgewirbelt und erzielte alleine auf YouTube 1,5 Millionen Views. So wurde es bspw. in mehreren Fernsehbeiträgen gezeigt – wie im Frühjahr 2009 auf CNN.
Nun, ein Jahr später, hat es eine interessante Kopie des Videos gegeben. Kein geringerer als Coca Cola Korea hat das Video als Vorlage genommen, für ihr Produkt Coke Zero zu werben. In dem Clip auf YouTube sehen wir eine Reproduktion der Urban Hack Attack, wie man sie nicht näher am Original hätte machen können.
Wir möchten hier klar formulieren, dass weder The Brainstormclub noch die DSG etwas gegen diese Adaption haben. Lediglich möchten sie an dieser Stelle dazu aufrufen, die beiden Versionen gegen einander antreten zu lassen. Voten Sie für Ihren Favoriten:
Gary hat ein großartiges App aus unterschiedlichsten Quellen gebastellt. Auf jeden Fall stellt es die Omnipräsenz der Social Media einprägsam dar. Besonders spannend finde ich das Verhältnis von “Second Life Chats zu Tweets”. Ebenso hätte ich bei der Frage nach “Google Suchanfragen zu SMS” ziemlich daneben gelegen.
Am Freitag den 18.09.2009 trat anlässlich des Wahlkampfes die Kanzlerin Angela Merkel in Hamburg auf dem Gänsemarkt auf. Im Vorfelde formierten sich eine Masse von Leuten zu einem Flashmob.
Aber der Reihe nach: Die Geschichte begann in dem ein gewisser „spanier“ ein Bild auf flickr hochgeladen hat auf dem ein mit Filzstift beschmiertes CDU-Plakat zu sehen ist mit den hinzugefügten ironisch, flapsigen Worten „und alle so: „Yeaahh““ .
Hierauf wurden die Blogger René Walter (Nerdcore) und Johnny Häusler (Spreeblick) aufmerksam. Hierdurch angeregt ging dann das Bild durchs Netz. Johnny Häusler thematisiert das Bild erneut in seinem Blog und ruft dazu auf, in den Kommentaren den Witz hinter dem Satz zu erklären. Edgar Steiger schrieb in den Kommentaren „Gerne wäre ich morgen in Hamburg! Wer geht hin? Ein “Yeaahh”-Flashmob?“ Die Idee des Flashmobs war geboren und wurde rasch über Blogs, Twitter und Facebook verbreitet.
Auch ich war schnell von der Idee angetan und ging Freitagabend in Richtung Gänsemarkt. Bereitwillig Angela Merkel nach jedem vollendeten Satz oder Statement ein freundliches Yeaahh entgegen zu rufen. Endlich am Gänsemarkt angekommen, drängten sich schon die Menschen durch die Absperrungen. Hastig suchte ich einen freien Platz in der Menge, in der Hoffnung, einen Teil des Bildschirms sehen zu können. Ich war sehr überrascht wie viele Leute sich doch an einem Freitagabend zu dieser Kundgebung motivieren konnten. Natürlich ließ Frau Merkel auf sich warten und ich hatte mehr Zeit einen schönen Platz zu finden. In der Zeit wurde versucht, die Menge mit einer mehr oder weniger mittelmäßigen Coverband bei Laune zu halten.
Als schließlich die Kanzlerin die Bühne betrat und alle Floskeln ausgetauscht waren, schritt sie zu ihrer Rede und wurde nach ihrem ersten vollendeten Satz mit einem ersten freundlichen Yeaahh in Hamburg empfangen. Zugegeben ich war am Anfang noch ein wenig zögerlich, da ich auch nicht wirklich in der Nähe der Flashmobber stand, aber schnell von der Stimmung ermutigt, das Yeaahh mit voller Stimmengewalt über meine Lippen kommen zu lassen. Um dem Ganzen noch mehr Nachdruck zu verleihen, wurden Sprechblasenschilder mit Yeaahh Aufschrift von einigen Flashmobb-Teilnehmern in die Höhe gestreckt.
Die Kanzlerin spulte, ganz unbeirrt, ihr Programm und langweilige, inhaltsleere Rede ab. Sie wirkte recht emotionslos und ein wenig gelangweilt. Wahlkampf sieht für mich anderes aus. Man stelle sich mal vor Frau Merkel hätte das Prodium betreten und hätte den Flashmob aufgegriffen und ihn gleich am Anfang thematisiert und vielleicht selbst einmal Yeaahh gerufen. Bei mir und sicherlich auch vielen anderen hätte sie hiermit einige Sympathien dazu gewinnen können.
Ein persönliches Highlight für mich war nicht die Rede, sondern die Reaktion derjenigen, die nichts von dem Flashmob wussten und sich inspirieren lassen haben und munter mitmachten. Ich werde nicht den älteren Herren, der weit über 75 gewesen sein muss, neben mir vergessen. Er entwickelte soviel Freude bei seinen Yeaahhs, dass er dies noch mit seinem Stofftaschentuchen fröhlich in der Luft wedelnd zu unterstützen versuchte.
Alles im allem eine schöne Geschichte, die die Bedeutung von Viralität und Kommunikation nur weiter unterstreicht und mit einem fetten Ausrufezeichen versieht!
„Are you one of the millions of people whose lives have been ruined by a never-ending torrent of tweets, friend requests and ‘Which kind of pasta are you?’ quizzes? Then it’s time you joined the Social Media Addicts Association. “
Mit dieser Vaio Viral-Kampagne, die unter dem Claim “Perfect for Social Media Addicts” läuft, nimmt Sony im AA-Stil das steigende Bedürfnis der Bevölkerung nach „real-time“ Offenbarung und Transparenz sowie die Problematik von „Netzwerkfreunden“ gehörig auf die Schippe. Die dazugehörige Website trägt den dazu passenden Namen stopwritingonmywall.com. Dort kann sich jeder, der Social Media bannen möchte, in einer Petition eintragen. Nette zusätzliche Erlöse generiert das Unternehmen sicherlich auch noch mit seinem dazugehörigen T-Shirt Store, mit dem Menschen die Kampagne auch ins richtige Leben übertragen können.
Sony hat so zwar viele Schmunzler auf seiner Seite, aber schaut man sich die Kommentare auf basicthinking-Blog an, so gibt es auch ein paar Kritiker, die das Thema doch etwas „ernster“ sehen.
Denn werde sich so nicht nur über die Machart von Selbsthilfegruppen lustig gemacht? Die steigende Abhängigkeit der Medien nehme außerdem immer problematischere Züge an.
Als Symptom könnte man sicherlich die Aufschreie tausender Menschen annehmen, deren Leben nach dem jüngsten DoS-Angriff auf Twitter depressive Züge annahm und die sich vezweifelt die Frage stellten, wie sie denn jetzt ihre ganzen wichtigen Informationen, die sich von Minute zu Minute durch ständiges Kaffeeholen, unter-die-Dusche-gehen und Streitereien mit den Arbeitskollegen ansammelten, mit ihren Cyber-Freunden teilen sollten. Zum Glück gibt es hier ja noch den Buschfunk bei StudiVZ oder die Statusmeldungen bei Facebook – Tag gerettet.
Wer gerne wissen möchte, ob er zu diesen Menschen gehört, kann folgende Tests machen:
Und, wie ist Ihr Testergebnis? Sind Sie auch hoffnungslos addicted? Dann gibt es in Deutschland richtige Hilfe. Das Problem der Medienabhängigkeit hat sich nämlich in u.a. einer Institution niedergeschlagen: dem Fachverband Medienabhängigkeit e.V.. . Ziel des im Jahre 2008 gegründeten Verbandes ist es, „dass Medienabhängigkeit als eigenständige Erkrankung anerkannt wird.“ Hier kann man u.a. Hilfs- und Beratungsstellen finden, telefonische Beratung findet man auch bei der Stiftung für Medien- und Onlinesucht.
Dass Online-Communities nicht zwingend zu einem Einsiedler-Leben führen muss, zeigt das Konzept von meetup.com, worüber Christian letztes Jahr schon gebloggt hat. Auch Communities wie couchsurfing.org oder flatjump.com zeigen, dass eine Internet-Community nicht gleich mit dem Leben als Eremit einhergeht. Wie ich finde ein gelungene Beispiele, wie sich Social Media und Real Life verbinden lassen
Laut dem Social Media Addiction Quiz bin ich übrigens zu 64% addicted.
Sind wir nicht alle ein wenig Social Media Addicted?
Vor nicht allzu geraumer Zeit habe ich einen Teaser von „District 9“ gesehen, der viele Fragezeichen in meinem Kopf hervorrief aber gleich mein Interesse weckte. In diesem Teaser wurden Menschen zu Rassendiskriminierung befragt, am Ende erschien ein Außerirdischer, was mich etwas verwirrte.
Nun entdecke ich dann einen Artikel bei SPIEGEL ONLINE über den Überraschungserfolg des Low-Budget-Films „District 9“, der sich in den USA vorbei an sämtlichen Hollywood-Blockbustern an die Spitze der US-Kinocharts gekämpft hat. $37 Millionen Dollar hat er den Produzenten am ersten Wochenende eingespielt, und das, obwohl der Film ohne Stars und mit nur $30 Millionen Dollar Budget auskommen musste.
Hier erfahre ich nun auch endlich, worum es sich in diesem Film handelt:
Alien-Flüchtlinge die auf die Erde gekommen sind, werden im Flüchtlingslager „District 9“ in Südafrika untergebracht und von der Privatorganisation MNU (Multi-National United) überwacht. Diese sorgt sich allerdings nicht um das Wohl der „Non-Humans“, sondern möchte sich lediglich die außerirdische Waffentechnik zu eigen machen.
Produziert wurde das Alien-Spektakel von Herr der Ringe-Macher Peter Jackson, Regie führte Neill Blomkamp.
Wieso schreibe ich nun über genau diesen Film? Ganz einfach: Da sich Blomkamp teures Marketing nicht leisten konnte, bewarb er seinen Film mit einem aufsehenerregenden viralen Konzept.
Schon während der San Diego Comic-Con fand 2008 ein erster inszenierter großer Protest gegen die „Non-Humans“ statt. Dieser ging soweit, dass Toiletten und Ausstellungshallen für „humans only“ deklariert wurden, was die Gerüchteküche anheizte.
Im Mai 2009 wurden zusätzlich Großstädte mit Postern wie “Bus Benches for Humans Only“ oder “Bus Stop for Humans Only” zugepflastert. Durch Eingabe der darauf propagierten Telefonnummer 1-866-666-6001 konnte man mit dem fiktiven Unternehmen MNU verbunden werde und „non-human-Activity“ melden.
Auch Brad Pitt wurde nicht von der Guerilla-Aktion verschont:
Zusätzlich zu den Postern wurden verschiedenen Websites aufgesetzt, u.a. die offizielle Website für den Film, die fiktive Unternehmenswebsite für MNU sowie ein Alien-Blog, das gegen die Machenschaften von MNU protestiert.
Der Erfolg der Kampagne zeichnet sich derzeit in den US-Kinocharts ab und bei YouTube brauchte der zweite Trailer zum Film nur einen Tag, um eine halbe Million Zuschauer zu gewinnen.
Wir in Deutschland müssen uns noch ein wenig gedulden, der Film kommt hier erst ab dem 22. Oktober in die Kinos.
In den letzten Wochen sorgte in den USA eine angeblich deutsche Sprite-Werbekampagne für viel Aufregung und Wirbel.
Ursache waren zwei doch sehr anzügliche Filmchen, die jeweils ein Paar bei sexuellen Handlungen zeigen und am Ende die „spritzige“ Sprite in Szene setzen – ein Skandal in den doch eher konservativen USA.
Von einer viralen Sprite-Kampagne war die Rede, bis hin zum TV-Werbespot, der aber sogar im gar nicht so prüden Deutschland verboten und nie ausgestrahlt wurde. Dies entfachte eine noch größere Verbreitung.
Selbst der bekannteste US-Blog Perez Hilton berichtete darüber sowie die angesehene Zeitung Huffington Post Schließlich distanzierte sich die Coca Cola Company öffentlich von den Clips, YouTube sperrte die Videos mit mehr oder weniger großem Erfolg. Es folgten heftige Diskussionen über deutsche und amerikanische Werbestandards.
Bei der ernsthaft geführten Debatte kann jedoch beruhigt der Kopf geschüttelt werden. Der Slogan „Befolge deinen Durst“ erinnert eher an eine schlecht gemachte Deutsch-Abfrage im Einbürgerungstest und auch die unterlegte hauchige Stimme versucht kläglich die dürftigen Deutschkenntnisse aus der letzten Unterrichtsstunde der High School auf den Plan zu rufen, als seriöse Werbetexte wiederzugeben.
Auch wenn die Amerikaner dies nicht davon abhielt, entrüstet über die „Werbung“ aus Deutschland zu berichten, kann jeder Europäer auch ohne Werbekenntnisse diese wohl offensichtlich als Fake deklarieren.
Selbst Filmemacher Max Isaacson, der sich wenig später als Urheber der Clips zu Wort meldete, zeigte sich überrascht, dass seine Filmchen als legitime Werbung eingestuft wurden
“There have been quite a lot of false statements made regarding these and I would like to make a few things very clear about these spots. First, there was no involvement from either The Coca-Cola Company or Greencard Pictures. Second, this was not supposed to be taken seriously by anybody. They were made completely on spec* , which was clearly stated on the YouTube pages on which the ads were primarily seen. I paid for, produced and directed both spots independently. I am frankly quite surprised that spots of this nature were so quickly and easily believed to be legitimate. I hope that all parties involved will understand that this was a simple mistake that went much too far too fast, and that it is now made clear that these were not real commercials, nor were they ever produced with intention of being taken as such.”
Na dann, freuen wir uns auf weitere spec ads
* spec ad = speculative ad, um als Kreativer auf sich aufmerksam zu machen
“Bloggt Ihr nimmer?” lautet der letzte Kommentar. Ich muss gestehen, dass ich unser Blog in letzter Zeit wie ein Stiefkind behandelt habe. Ich gelobe Besserung. Hier kommt nun endlich das Handout zu unserer Studie Emotions in Viral Videos, das gefühlte 6 Jahre angekündigt war.
Nomen est Omen: Dieser Blog beschäftigt sich mit Viral Marketing.
Er bietet neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Zahlen und Fakten zu viralen Kampagnen,
sowie interessante Erhebungen aus dem Social Web. "Viralmarketing.de" soll
Missverständnisse ausräumen, Hilfestellung zur Verwirklichung von Kampagnen geben und bohrende Fragen beantworten.